Naturschutz

Salbei-Glatthaferwiese


· Einführung: "Nur was man kennt, schützt man"
· Verhalten in der Natur
· Wildkräuterparadies Rheinhessen - viel ist noch zu tun
· Fragen zum Thema Wildkräuter und Naturschutz: nur zu !

 

Einführung: "Nur was man kennt, schützt man"

Das früher weit verbreitete Wissen über Kräuter ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Verlorengegangen ist aber auch oft die Kenntnis über die umgebende Landschaft, ihre Eigenarten und Besonderheiten.

Wer einmal angefangen hat sich mit den Kräutern zu beschäftigen (und sei es nur zur Zubereitung eines leckeren Frühlingssalates) wird die Pflanzen und seine eigene unmittelbare Umgebung mit ganz neuen Augen sehen. Achten Sie doch mal bei sich auf die eintretenden "Aha"-Erlebnisse. Sie werden staunen.

Plötzlich erkennen Sie, wo in ihrer Umgebung die meisten Kräuter wachsen und ihre Einstellung zu Begriffen wie Brachland oder rheinhessisch: "Wuscht", Ödlandflächen, Rainen, Rechen, Graben- und Wegrändern wird sich schlagartig ändern.

Nach kurzer Zeit wissen Sie bereits, wo in Ihrer Gemeinde eher trockene, magere oder eher feuchte, wüchsige Stellen vorzufinden sind.

Wer die nächste Umgebung bereits ausgiebig erforscht hat und sich erweiternd mit rheinhessischen Pflanzenstandorten beschäftigt stellt fest, dass in Rheinhessen, aufgrund der Klimagunst, der Böden aber auch der geschichtlichen Entwicklung ganz spezielle Pflanzen festzustellen sind. Plötzlich reicht das kleine Bestimmungsbuch nicht mehr aus. Sie werden Pflanzen entdecken, die Sie sonst erst wieder am Mittelmeer oder in den östlichen Steppengebieten vorfinden.

So wie sich Ihre Wahrnehmung der Sie umgebenden Pflanzenwelt ändert, so ändert sich auch Ihre Sensibilität gegenüber negativen Veränderungen Ihrer Umgebung und Sie werden feststellen: Naturschutz beginnt vor der Haustür.

Die Charakterpflanze der Rheinhessichen Schweiz: Küchenschelle mit kleinem Fuchs (Tagfalter)

Dornige Hauhechel. Ein typischer Begleiter unserer Halbtrockenrasen bzw. trocken-warmer und magerer Wegeböschungen

Sand-Sommerwurz. mit ihrer Wirtspflanze dem Feld-Beifuß

Karthäuser Nelke (Einzelblüte). Früher weiter verbreitet, heute recht selten in Halbtrockenrasen, Hohlwegen und trockenen, südexponierten Hochwasserdämmen am Rhein

 

Verhalten in der Natur

Die Beschäftigung mit Kräutern, das Aneignen von Wissen, die Nutzung in der Küche oder bei kleinen Wehwehchen bewirkt eine positive Einstellung zur Natur und zum Naturschutz.

Ziel des Kräuternetzwerkes Rheinhessen ist die Förderung des Wissens über die Kräuter aber auch eine Förderung der Lebensraumsituation für die Kräuter.


Hierzu ist die Einhaltung von Verhaltensregeln (wie sie auch bei den geführten Wanderungen der Kräuterschule Anwendung finden) erforderlich:

· Schutzgebiete (Naturschutzgebiete, Naturdenkmale und Geschützte Landschaftsbestandteile sind für das Kräutersammeln tabu.
·In den Schutzgebieten gibt es ein Wegegebot, d. h. die Gebiete können von bestehenden Wegen aus erlebt werden.
·Die freie Landschaft eignet sich in erster Linie zum Kennenlernen der Kräuter, ihrer Ausbildung, ihrer speziellen Standortanforderungen und ihrer Vergesellschaftung. Da für die Zubereitung von Mahlzeiten, Salben, Weinen etc. meist größere Mengen benötigt werden, empfiehlt sich die Kultur der Wildkräuter im Garten. Hierzu gibt es bereits spezielle Wildkräuter-Gärtnereien. Dort hat man sich auf die Heranzucht heimischer Wildpflanzen spezialisiert.
·Gebietsweise häufige Arten wie z. B. Brennessel, Löwenzahn, Vogelmiere, Feldsalat können zum privaten Gebrauch auch in der Natur gesammelt werden. Hier muss aber jede(r) KräutersammlerIn verantwortlich entscheiden, wieviel vom jeweiligen Standort entnommen werden kann. Keineswegs dürfen sämtliche Pflanzen eines Standortes entnommen werden.
·Zum Schutz unserer Pflanzenwelt ist es erforderlich, dass Sie auch andere Mitmenschen vor Ort auf die Einhaltung dieser Verhaltensregeln aufmerksam machen.
·Engagieren Sie sich an Ihrem Heimatort für die Erhaltung und die Neuanlage von Kräuterlebensräumen

Auch ohne Schilder sollte naturverträgliches Verhalten für jeden Naturfreund selbstverständlich sein.


Wildkräuterparadies Rheinhessen - viel ist noch zu tun

Ein Ziel des Kräuternetzwerkes Rheinhessen ist die Erhaltung und Entwicklung eines Wildkräuterparadieses Rheinhessen.

Eingestreut in unsere alte Kulturlandschaft konnten sich noch einige kleine Wildkräuter-Schatzkammern erhalten. Manche dieser Flächen stehen aufgrund ihrer besonderen und überregionalen Bedeutung unter Naturschutz.

Damit diese kleinen Restflächen nicht isoliert in der Landschaft liegen bleiben ist es notwendig, zwischen diesen Flächen über sogenannte Vernetzungslinien Verbindungen herzustellen.

Das Landesamt für Umweltschutz und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz hat daher eine "Planung vernetzter Biotopsysteme" erarbeitet.
Dort ist für jeden Landkreis in Text und Karte dargestellt, wie und wo diese Vernetzungsachsen entwickelt werden sollen.

In den Landschaftsplänen ihrer Ortsgemeinden sind ebenfalls detaillierte und ausgearbeitete Hinweise enthalten, auf welche Weise konkret in ihrem Gemeindegebiet die Kräuter und die Natur gesichert und entwickelt werden können. Sprechen Sie ihre Gemeinde doch einmal auf den Landschaftsplan an.

Das Ministerium für Umwelt und Forsten Rheinland-Pfalz hat verschiedene Förderprogramme zur Neuanlage und Sicherung von Biotopen aufgelegt. Im Rahmen des "Förderprogrammes Umweltschonende Landbewirtschaftung" (FUL) stehen folgende interessanten Programme zur Verfügung:


· Anlage und Erhaltung von Streuobstwiesen. Jährliche Prämie 306,78 Euro/ha bzw. pro neugepflanztem Hochstamm-Obstbaum einmalig: 30,68 Euro/Baum
· Stilllegung u. Pflege ausgewählter Ackerflächen (10 jährige ökologische Ackerflächenstilllegung). Jährliche Förderprämie bis zu 511,29 Euro/ha.
· Anlage von Ackerrandstreifen. Jährliche Förderprämie 664,68 Euro/ha
· Extensivierung und Erhaltung von Grünland. Jährliche Prämie 204,52 Euro/ha

Weitere Angaben zu den o.g. FUL-Programmen erhalten Sie beim Ingenieurbüro Brauner (Tel. 06241 / 955 025) oder ihrer zuständigen Kreisverwaltung

Zur Schaffung eines Wildkräuterparadieses Rheinhessen ist aber auch die Übernahme einer persönlichen Patenschaft über einen Wildkräuterstandort in ihrer Gemeinde sinnvoll.

Selbstverständlich sind auch Spenden und Schenkungen zur Sicherung und Erweiterung des Wildkräuterparadieses Rheinhessen willkommen. Setzen Sie sich hierzu bitte mit uns oder örtlichen Naturschutzverbänden in Verbindung.

 


Reichhaltige Kulturlandschaft westlich Gau-Algesheim

Ackerrain


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Ingenieur-Büro Brauner

Biotopmanagement Landschaftsplanung Vegetationskunde

Richard-Knies-Straße 4
67550 Worms
Tel. 06241 / 955 025
Fax 06241 / 955 026
eMail Ingenieurbuero-Brauner@t-online.de

Dipl.-Ing. (FH) Franz-Otto Brauner
Dipl. Biol. Monika Imbusch-Brauner

Blick von rheinhessicher Anhöhe bei Monsheim über Weinbergshäuschen
und den Wormser Dom in den Odenwald

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